Draußen beobachtet

In ihrem Bunde die Dritte

Auch die Lärche ist ursprünglich kein Westfale
Erschienen im Soester Anzeiger am 13.05.2017


MÖHNESEE – Im Vergleich zur Fichte ist die Lärche schon ein Außenseiter. Seltener und schon gar nicht in Reinbeständen angebaut, erfreut sie sich dennoch besonderer Bekanntheit als einer der wenigen Nadelbäume, die sich im Herbst goldgelb verfärben und ihre Nadeln abwerfen. Zurzeit erfreuen uns die Lärchen in ihrem frischen Grün, zumal wenn sie zwischen anderen Laubbäumen stehen. Es lohnt sich schon, auch die Blüten naher zu betrachten, die gegenwärtig die Zweige schmücken. Weibliche und männliche Blüten, die dicht benachbart auf dem Baum stehen, sind leicht zu unterscheiden. Die weiblichen Blüten sind rot und weisen aufrecht, die männlichen dagegen sind gelb und abwärts gerichtet.

Entsprechend sind die kleinen Lärchenzapfen auf den Zweigen. Nach der Fichte und der Kiefer ist die Lärche die dritthäufige Nadelbaumart in unseren Wäldern und wie die Fichte strenggenommen in Westfalen nicht einheimisch. Erst im 18. Jahrhundert wurde sie hierzulande erstmalig angebaut. Vorher wuchs sie in den Ost- und in den Zentralalpen, und zwar in den höchsten Lagen bis nahe der Baumgrenze. Lärchenholz gilt als besonders begehrt, weil es vielseitig verwendbar, und dauerhaft ist. Doch während ihrer Lebzeiten ist die Lärche, die über 50 Meter hoch und über 500 Jahre alt werden kann, weniger beliebt. Sie ist sehr anspruchsvoll hinsichtlich ihres Lichtbedarfs und kein schonender Nutzer des Bodens.

Quelle: Angelika von Tolkacz

Ihre Nadeln, die zur Rohhumusbildung beitragen, führen dazu, dass sich nachfolgende Baumgenerationen auf Lärchenstandorten nur schlecht entwickeln. Allerdings einen engen Kumpan haben die Lärchen. Es ist der Fliegenpilz, den man am ehesten unter Lärchen findet, zu deren Wurzelpilzen er gehört. Obwohl hier kurzerhand nur von Lärchen die Rede ist, handelt es sich mindestens um zwei Lärchenarten: die Europäische und um die Japanische Lärche. Zeitweilig hielt man die ostasiatische Verwandte auf bestimmten Standorten in wirtschaftlicher Hinsicht für leistungsfähiger. St.